Die SATO-Methode

Heute haben wir die Möglichkeit mit der von Univ. Prof. Sadao SATO (Universität Yokosuka/ JP) entwickelten MEAW - Technik (Multiloop - edgewise - archwire) problematische Fehlbisse und Verlagerungen konservativ, d.h. ohne Chirurgie, zu behandeln.

Sie ist besonders geeignet für:

  • Den frontoffenen Biß
  • Die Progenie = der verkehrte Überbiß
  • Die Rücklage
  • Kiefergelenksbeschwerden
  • Therapie von muskulären Verspannungen

Mit der von SATO entwickelten Behandlungsmethode werden dem Patienten individuell Bögen mit sog. „Loops“ (Schlaufen) angefertigt, in die Kippungen und Stufen eingearbeitet werden. Es besteht dadurch sowohl die Möglichkeit jeden einzelnen Zahn individuell zu versetzen als auch Einfluss auf die Neigung der Kauebene im Schädel durch Stufenbiegungen zu nehmen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit die Lage der Kiefer zu einander zu korrigieren. Durch die individuelle Anpassung der Bögen wird in vielen Fällen eine kürzere Behandlungszeit erzielt.

Sato ging von der Theorie aus, dass ein Platzmangel im Zahnbogen wesentlich durch die Anlage von Weisheitszähnen verschärft wird, weil der Zahnbogen des heutigen Menschen für die im Laufe der Evolution immer noch gleiche Zahnzahl zu klein geworden ist.

Es baut sich somit von den Backenzähnen ausgehend nach vorne im Laufe des Wachstums ein Engstand auf.


Müssen Zähne gezogen werden?

Die kleinen Backenzähne – Prämolaren - 4er werden nicht gezogen, da sie eine wichtige Rolle bei der Steuerung der Bewegung des Unterkiefers spielen und weil sie nicht Ursache des Engstandes sind. Sie helfen die Frontzähne über eine Stabilisierung des Unterkiefers zu entlasten und schützen diese somit vor verstärktem Abrieb.Außerdem würde es zu einer Einengung im Bereich der vorderen Mundhöhle kommen, was immer wieder zu Schluckbeschwerden, Sprachfehlern und verstärkt in späteren Jahren zu Kiefergelenksproblemen und muskulären Verspannungen führt.

SATO wies weiters nach, dass durch den Druck der Weisheitszähne davor liegende Zähne etwas aus dem Knochenfach herausgepresst werden (Squeeze-Out Effect), was über die entstehenden Vorkontakte beim Aufeinandertreffen der Zahnbögen zu einer Drehbewegung des Unterkiefers führt (vergleichbar mit der schaukelnden Bewegung einer Wippe). Die Folge: Je nach skelettalem Gesichtstyp wird sich der Biss vertiefen - Deckbiss - oder öffnen - frontoffener Biss.

Aus diesem Grund werden die Weisheitszähne oft frühzeitig entfernt, bevor sie eine Verlagerungen von Zähnen und ein Verschieben des Bisses hervor rufen.